Die DRK Bereitschaft Jever unterstützt aktuell mit den anderen Bereitschaften des DRK Kreisverbandes Jeverland den Landesverband Oldenburg in der Flüchtlingsunterkuft Oldenburg.
In der Henning-von-Tresckow Kaserne haben in den vergangenen Wochen mehrere unserer Helfer die ansässigen Kräfte unterstützt. Zu den Aufgaben gehören Kleiderausgabe, medizinische Versorgung und Betreuung von Groß und Klein.

Des weiteren waren vom 15. auf den 16.9. drei Helfer unseres Kreisverbandes in Hameln-Pyrmont und haben dort in der Flüchtlingserstaufnahme geholfen. Einer von Ihnen kommt aus unserer Bereitschaft und schildert seine Erlebnisse:

Dienstag, 16 Uhr, die dreistündige Fahrt startet für uns drei Helfer aus dem Jeverland mit dem Ziel Linsingen-Kaserne, Hameln-Pyrmont.
Wir hatten Glück, es war wenig Verkehr, wir kamen gut durch.

19 Uhr, Ankunft. Wir sind überwältigt von der Größe der Unterbringung. Die Unterkunft in Oldenburg mit knapp über 80 Flüchtlingen ist damit nicht zu vergleichen.
Angekommen, begaben wir uns zur Einsatzleitung. Da noch Zeit bis zum Dienstantritt war, konnte in Ruhe das Zimmer bezogen werden und eine Stärkung zu sich genommen werden.

In der Helferkantine nutzen wir die Zeit uns mit anderen Helfern auszutauschen und ein erstes Bild über die Lage zu machen. 701 Flüchtlinge sind untergebracht.
Der Anschein der Einsatzkräfte ist größtenteils gleich, sie sind müde und freuen sich über die Ablösung. Einige sind schon mehrere Tage oder gar eine Woche ununterbrochen vor Ort.

Nun sollte die Essensausgabe für die Hilfe suchenden beginnen. Hier zeigten sich kurzzeitig Unstimmigkeiten unter den verschiedenen Nationalitäten, dieses war aber nur von kurzer Dauer.

Gegen 21.30 Uhr befinden wir uns bei der Einsatzleitung. Die Einteilung erfolgte. Wir dürfen schlafen gehen, am nächsten Morgen um 8 Uhr beginnt der Dienst im Medical Center. Nach Übergabe geht es auch direkt los. Das Medical Center hat 2 Behandlungsräume für eine Behandlung vor Ort. Mehrere Ärzte kümmern sich um die Behandlung, Transport zu Fachärzten oder zur genaueren Abklärung ins Krankenhaus. Die Arbeit mit den Ärzten machte uns viel Spaß. Persönlich war das schönste ein ängstliches Kind wieder zum Lachen zu bringen. Nein, kein Kuscheltier, sondern ein Gummihandschuh der aufgeblasen zum Elefanten wird hilft hier schon viel.

Die Dankbarkeit der Flüchtlinge zeigt uns, dass sich die 300 km Anfahrt gelohnt haben.
Vielen ist es unangenehm um Hilfe zu bitten, sie schämen sich. Unsere umsichtige Betreuung der Vielzahl an Hilfe Suchenden wird angenommen und man vernimmt ein Lächeln des Patienten oder ein weinendes Kind, was den Behandlungsraum lachend verlässt. Der Flur leert sich langsam, das Mittagessen nähert. Schnell wechseln wir uns ab damit jeder was warmes zu essen bekommt.

Am Nachmittag wird es ruhiger, nur wenige kommen und benötigen medizinische Hilfe. Zeit zum Luft holen, sich mit den Kollegen über die Schicksale zu unterhalten, die die Menschen erfahren haben.

Auseinandergerissene Familien, Kinder die nur noch ein, oder gar keine Eltern mehr haben. Das lässt einen nachdenklich stimmen.

Unser Einsatzleiter teilt uns neu zu. Wir sollen die Logistik unterstützen. Es sind Möbel geliefert worden. Die Zusammenarbeit funktioniert.
DRK, THW, Feuerwehr, sogar der private Sicherheitsdienst fasst mit an. Auch Flüchtlinge fassen wie selbstverständlich mit an.

19 Uhr, der LKW ist leer, die Stube geräumt. Zeit zum Abendessen. Es wird wieder über den Tag geredet. Helfer die man morgens noch in der Einteilung gegenüber saß, sitzen wieder neben einen, der Einsatz wird reflektiert. Es interessiert keinen aus welcher Hilfsorganisation oder aus
welchem Kreisverband du kommst, wir sind alle Helfer und arbeiten Hand in Hand. Die meisten bleiben noch, für uns endet der Dienst. Um 20 Uhr folgt die Abmeldung bei der Einsatzleitung. Sie sind dankbar über unsere Hilfe.
Wir fahren wieder los, 3 Stunden, 300 km. Um 23 Uhr erreichen wir unser zu Hause, mit dem Wissen etwas Gutes getan zu haben. Mit einer Vielzahl Eindrücke und Erfahrungen endet unser Dienst.

Der nächste Einsatz wartet bereits, immer im Zeichen der Menschlichkeit.

Ein Bericht von einem ehrenamtlichen Helfer der DRK Bereitschaft Jever.

 

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Flüchtlingseinsatz